Minimalismus – Aussortieren für Anfänger

Ein einfacheres Leben mit weniger Dingen kann dir helfen ein glücklicheres und erfüllteres Leben zu führen und bringt viele weitere Vorteile. Weniger Stress, weniger Schulden, weniger Ablenkungen. Mehr Zeit, mehr Geld und mehr Energie. Immer mehr Menschen entscheiden sich deshalb ihr Leben zu vereinfachen und zu entrümpeln.

Aber wo soll man anfangen? Viele Menschen die sich entscheiden ein minimalistisches Leben zu führen stehen vor dieser Frage und sind von dem Ausmaß der Aufgabe überwältigt. Auch mir ging es so, als ich angefangen habe. Ich habe deshalb viel recherchiert und zahlreiche Blogs und Bücher zu dem Thema gelesen. Um dir die Mühe zu sparen habe ich die Tips, die mir am meisten geholfen haben, hier aufgelistet.

Konmari Technik

Oft wird empfohlen, beim Ausmisten von Raum zu Raum und von Schublade zu Schublade vorzugehen. Das hat aber einen entscheidenden Nachteil. Dinge die man mehrfach hat können an verschiedenen Orten sein und dir fehlt der Überblick darüber was du alles hast. Zum Beispiel ist eine Winterjacke im Schrank, eine zweite im Keller und eine Dritte hängt an der Garderobe.

Deshalb empfielt Marie Kondo nach Kategorien vorzugehen und nicht nach Orten. Die Kategorien sind Kleidung, Bücher, Unterlagen und die übrigen Dinge.

Fange mit der Kleidung an und suche alle Kleidung die du besitzt zusammen. Lege dann alles auf einen Haufen. So bekommst du auch ein Bild davon wie viel du tatsächlich besitzt. Ich war ziemlich erschrocken über die größe meines Stapels.

Nehme dann ein Teil nach dem anderen einzeln in die Hand und frage dich ob die Sache dich glücklich macht und dein Leben berreichert. Wenn ja behalte sie. Wenn nicht, sortiere sie aus.

Mache das gleiche dann mit allen anderen Kategorien. Das kann, je nach dem wie viele Sachen du hast, auch mal länger dauern. Aber es lohnt sich. Denn so gehst du wirklich alles durch, was du besitzt und du hast danach nur noch Dinge, die dich glücklich machen.

Kisten technik

Für alle, die sich schnellere Resultate wünschen ist die Kisten Technik von Ryan Nicodemus eine gute, aber auch deutlich radikalere Alternative zur Konmari Methode. Packe alles was du besitzt in Kartons, als würdest du umziehen. Wirklich alles.

Beschrifte die Kisten gut, damit du weißt, was wo ist. Immer wenn du etwas brauchst – Kleidung, einen Kochtopf, ein Kopfkissen oder was auch immer – nimmst du es aus der Kiste. Alles was nach drei Wochen noch eingepackt ist, wird aussortiert. Vergess aber nicht die saisonalen Sachen. Nicht dass dir im Winter auffällt, dass du nur noch kurze Hosen hast.

30 Tage Spiel

Falls du jemanden kennst, der auch einen minimalistischen Lifestyle anstrebt, könnt ihr zusammen das 30 Day Minimalist Game von „the minimalists“ spielen. Die Spielregeln sind ganz einfach: am ersten Tag sortiert jeder eine Sache aus, am zweiten Tag zwei Sachen, am dritten Tag drei Sachen und so weiter, bis am dreißigsten Tag jeder dreißig Sachen aussortieren muss.

Wer am längsten durchhält gewinnt. Je mehr Leute mitmachen, desto mehr Spaß macht es und man wird dabei einiges los. Du kannst es natürlich auch alleine spielen.

Koffer technik

Jeder verfolgt mit Minimalismus ein anderes Ziel. Manche wollen einfach nur weniger Sachen um weniger Stress und Ablenkungen in ihrem Leben zu haben. Andere wollen Alles was sie haben in einem Rucksack unterbringen, die Welt bereisen und grenzenlose Freiheit spüren.

Für Letztere ist die Koffer Technik. Nehme dir dazu ein oder zwei Koffer – du kannst natürlich auch Rucksäcke oder Reisetaschen nehmen – und fülle sie mit den Dingen die du auf deinen Reisen mitnehemen willst. Alles andere wird dann aussortiert.

Dokumente, Fotos und Erinnerungen

Viele von uns haben haufenweise Papierkram zuhause. Einiges davon enthält wichtige Informationen und kann deshalb nicht einfach entsorgt werden. Die Lösung dafür lautet: Digitalisieren. Scanne oder Fotografiere deine Dokumente und Fotos und speichere die Dateien auf einer Festplatte und in der Cloud. Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass man von überall darauf zugreifen kann.

Behalte die Originale, die du entweder ständig brauchst, oder die gesetzlich vorgeschrieben sind, wie zum Beispiel Ausweisdokumente. Der Rest kann dann entsorgt werden. Dokumente, die vertauliche Informationen enthalten, müssen eventuell geschreddert werden.

Erinnerungsstücke auszusortieren, die für uns einen sentimentalen Wert haben, ist besonders schwierig. Auch hier kann es helfen Fotos zu machen um die Erinnerung zu bewahren.

Wohin mit den aussortierten Sachen?

Herzlichen Glückwunsch, du besitzt jetzt nur noch Dinge die du wirklich brauchst. Alles andere hast du Aussortiert. Jetzt stellt sich die Frage: was machen mit dem Berg von aussortierten Sachen?

Dinge, die etwas mehr Wert sind, kann man gut verkaufen. Elektronik, Schmuck und andere Wertgegenstände kann man online verkaufen. Kleidung kann man zum Secondhandladen bringen.

Dinge die sich nicht gut verkaufen lassen, kann man spenden. Arme Familien freuen sich immer über Kleidung oder Haushaltsgeräte. Und Haustierbedarf kann man einem Tierheim überlassen. Viele Dinge, die du loswerden willst, würden das Leben Anderer bereichern.

In den Müll kommt alles, was sich nicht verkaufen oder spenden lässt. Achte der Umwelt zu Liebe darauf, den Müll richtig zu trennen und entsorge Plastik, Metall, Sondermüll und Co an den dafür vorgesehenen Stellen. So können die Sachen recycelt und natürliche Ressourcen geschont werden.

Rückfälle vermeiden

Die ganze Arbeit war natürlich umsonst wenn du gleich anfängst wieder neue Sachen zu kaufen. Viele Menschen erleben beim Abnehmen den JoJo effekt, weil sie nach einer Diät genauso weitermachen wie davor anstatt ihre Ernährung dauerhaft umzustellen. Genauso ist es beim Minimalismus.

Es reicht nicht einmalig alles auszusortieren und weiterzumachen wie zuvor. Du musst dein Leben dauerhaft umstellen und alte Gewohnheiten loswerden. Um zu verhindern, dass dein Zuhause sich wieder mit unnötigen Sachen füllt, musst du lernen, nur noch die Dinge zu kaufen, die du auch wirklich brauchst.

Das hat den schönen Nebeneffekt, dass du viel Geld sparst. Das führt dazu, dass du weniger Arbeiten musst und somit mehr Zeit hast, den Dingen nachzugehen die dir am wichtigsten sind. Außerdem tust du etwas gutes für die Umwelt, wenn du deinen Konsum reduzierst.

Bewusst einkaufen

Wenn du das nächste mal in einem Laden stehst und gerne etwas kaufen würdest frage dich ob du die Sache wirklich brauchst. Gehe ersteinmal nach Hause und warte eine Woche, kaufe es nur, wenn du es danach immer noch willst.

Viele Dinge braucht man nur einmalig oder selten. Zum Beispiel eine Bohrmaschine oder eine Skiausrüstung, die man nur einmal im Jahr verwendet. Überlege deshalb immer ob es wirklich Sinn macht, eine Sache zu kaufen, oder ob du sie dir mieten oder von einem Freund leihen kannst.

Oft kann man auch Dinge leicht selber machen, anstatt sie zu kaufen. Für Möbel, Deko, Geschenke und alles mögliche Andere gibt es online viele DIY tips. So kannst du sachen upcyceln, die du sonst wegschmeißen würdest und gibst ihnen ein neues Leben.

Falls es dir schwer fällt, keine neuen Sachen zu kaufen, kann die Regel helfen, für jedes Teil, das man kauft ein Altes auszusortieren. So wird man gezwungen gut darüber nachzudenken ob man eine Sache kauft. Und man läuft nicht gefahr, sein Zuhause wieder zuzustellen, wenn man doch mal etwas kauft.

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden wenn er dir gefallen hat. Wenn du Verbesserungsvorschläge oder Fragen hast, kannst du sie mir gerne auf der Kontakt Seite schicken.

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